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Laufende Dissertationsprojekte

Dippoldiswalde. Befunde des mittelalterlichen Bergbaus während der archäologischen Untersuchungen; © LfA Sachsen

 

Susann Lentzsch M.A.: Mittelalterliche Bergwerke in Dippoldiswalde/Sachsen – Ergebnisse der montanarchäologischen Untersuchungen bis Ende 2012 (Arbeitstitel)

Die aktuellen montanarchäologischen Grabungen im sächsischen Osterzgebirge ermöglichen erstmals eine größere und detailliertere Untersuchung zum mittelalterlichen Untertagebergbau im Erzgebirge. Der Arbeit soll hauptsächlich die Aufarbeitung der Grabungen in Dippoldiswalde (DW-18 und 27) zugrunde liegen.

Mit den aktuellen Untersuchungen des sächsischen Landesamts für Archäologie Sachsen bietet sich nun erstmals die Gelegenheit, die seit langem konstatierte Bergbauperiodisierung im Erzgebirge mittels untertägiger Funde und Befunde nachzuvollziehen und kontextuell einzubinden. Die Systematisierung soll hierbei dem montanarchäologischen Kanon von Gerd Weisgerber folgen. Gleichzeitig lässt sich in größerem Umfang die Technologie des mittelalterlichen Bergbaus rekonstruieren.

Ivonne Burghardt M.A.: Der Bergbau im sächsisch-meißnischen Territorium von 1350–1460 unter besonderer Berücksichtigung wirtschaftlicher und  verfassungsrechtlicher Aspekte (Arbeitstitel)

Im Laufe des 14. Jahrhunderts war auf gesamtmitteleuropäischer Ebene in fast allen bedeutenden Montanrevieren ein deutlicher Rückgang bzw. die Einstellung der Edelmetallförderung zu beobachten. Die Ursachen wurden dabei in regionalen und überregionalen Entwicklungen gesucht. Monographien, die sich für ein Revier detailliert mit dem chronologischen Ablauf des Konjunkturrückgangs unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren beschäftigen, sind bisher aber nicht erschienen. Für das Bergbaugebiet um die Stadt Freiberg sowie die ebenfalls relevanten mittelalterlichen Reviere im Erzgebirgsraum soll mit der Arbeit eine entsprechende Untersuchung vorgelegt werden.

© LfA Sachsen

Anne Beer M.A.: Die frühneuzeitliche Keramikproduktion in Dippoldiswalde (Arbeitstitel)

Die zu Beginn der 90er Jahre in Dippoldiswalde gefundenen Keramikfragmente, Brennhilfen und Fehlbrände des 17. Jahrhunderts brachten erstmals Hinweise darauf, dass die aufwendig verzierte hochgebrannte Irdenware, welche bislang Annaberg oder Freiberg zugeschrieben, in Dippoldiswalde produziert wurde. Im Rahmen der Promotion an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg soll das Produktionsspektrum, die Laufzeit und die Verbreitung erfasst werden. Ein weiterer wesentlicher Aspekt wird die Klärung der Herkunft der Töpfer sein und der mögliche Zusammenhang zu den Creußener Töpfern. Die naturwissenschaftlichen Untersuchungen erfolgen in enger Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Jan-Michael Lange vom Senckenberg Institut Dresden.

Laufende Master- und Magisterarbeiten

Archäologische Grabung auf dem sog. Kremsiger; © LfA Sachsen

 

Kryštof Derner: Die hochmittelalterliche Bergbausiedlung auf dem Kremsiger (Gem. Přísečnice/CZ) unter besonderer Berücksichtigung zeitgleicher Bergbausiedlungen in Europa

Die Entdeckung der bislang ersten und dazu noch vergleichsweise gut erhaltenen mittelalterlichen Bergbausiedlung auf dem sog. Kremsiger auf der tschechischen Seite des Erzgebirges veranlasste das ArchaeoMontan-Projekt sowohl minimalinvasive als auch flächige archäologische Untersuchungen ausgewählter Befundsituationen vorzunehmen. Diese wurden durch den Projektpartner Institut für archäologische Denkmalpflege Nordwestböhmens in Most unter der Leitung von Mgr. Petr Lissek koordiniert und durchgeführt.

Im Rahmen der von PhDr. Petr Hrubý betreuten Magisterarbeit am Lehrstuhl für Archäologie der Karlsuniversität in Prag werden die Funde und Befunde der Grabungskampagnen von 2012 bis 2014 bearbeitet, wobei das gut erhaltene Bodenrelief zum Vorteil gereicht. So widmet sich die Arbeit auch der Dokumentation und grundlegenden Interpretation der Gebäude- und der Bergbaurelikte.

Setzen wir voraus, dass die Bergbausiedlungen durch spezialisierte Berufsgruppen gegründet wurden, die dem Bergbau auch in weit entfernte Gebiete folgten und die zugleich über einen bergrechtlichen Sonderstatus verfügten, sind vergleichbare Siedlungsformen und Technologien nicht überraschend.

Die Erkenntnisse der Untersuchungen sind wichtige Steine im Mosaik der Rekonstruktion einer idealtypischen mittelalterlichen Bergbausiedlung. Ein wichtiger Teil der Arbeit ist daher der Vergleich der Siedlung auf dem Kremsiger mit den bislang erforschten Bergbausiedlungen, vor allem des deutschsprachigen Raums.

Bereits abgeschlossene Vorhaben

Die Bergung von Pfuhlbäumen einer Haspel; © LfA Sachsen

 

Georg Drechsler: Die Auswertung eines Grubenbereiches in einem mittelalterlichen Bergbau in Dippoldiswalde – Funde und Befunde einer Abbaustrecke im Bereich DW-27 (Masterarbeit, Fertigstellung: Februar 2016)

Das sächsische Oberbergamt Freiberg führt seit dem gehäuften Auftreten von Tagesbrüchen 2001 intensive Erkundungs- und Sicherungsarbeiten von altem Bergbau durch. In Dippoldiswalde wurden dabei weitläufige mittelalterliche Grubenstrukturen entdeckt, die seit 2008 in Kooperation mit dem Landesamt für Archäologie Sachsen erfasst werden.

Die Masterarbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Auswertung der Grabungsdokumentation einer 120 m langen Abbaustrecke mit vier Haspelkammern und zahlreichen Holzfunden. Im ersten Teil der Arbeit wird ein Überblick über den Bergbau des 12.13. Jahrhunderts erarbeitet. Darauf aufbauend findet im zweiten Teil die Untersuchung der Befunde und Funde statt. Das Ergebnis ist die Rekonstruktion der bergbaulichen Betriebsabläufe sowie der außergewöhnlichen hölzernen Einbauten.

Erfassung von montanarchäologischen Oberflächen, © LfA Sachsen

 

Erik Horn: Untersuchungen zum Potenzial von Structure-from-Motion-Verfahren zur Generierung von 3D-Modellen montanarchäologischer Oberflächen (Masterarbeit, Fertigstellung: Februar 2016)

Der verstärkte Einsatz von Structure-From-Motion-Verfahren (SFM) in der Archäologie und insbesondere im ArchaeoMontan-Projekt zu dreidimensionalen Dokumentations- und Untersuchungszwecken war der Anlass für eine Kooperationsarbeit zwischen der Technischen Universität Dresden (TUD) und dem Landesamt für Archäologie Sachsen.

Im Zuge der Masterarbeit sollte untersucht werden, welches Potential ein derartiges Aufnahmeverfahren bei der Erfassung von montanarchäologischen Oberflächen besitzt und inwiefern die Erzeugung der Datengrundlage unter Berücksichtigung der vorherrschenden Bedingungen effizienter gestaltet werden kann.

Die Betreuung auf Seite der TUD, am Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung, erfolgte durch die Professur Photogrammetrie unter der Leitung von Prof. Dr. habil. Hans-Gerd Maas.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 12.12.2016

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