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Restaurierung und Konservierung

Die Bergung und Restaurierung der zumeist aus organischem Material (Holz, Leder, Bast etc.) bestehenden und daher besonders fragilen Funde sind höchst anspruchsvoll und aufwändig. Um irreversible Verluste zu vermeiden, werden sie vor Ort von den Grabungstechnikern oder durch die Restauratoren vorsichtig freigelegt und geborgen. Danach werden die Funde umgehend in den Restaurierungswerkstätten im Landesamt für Archäologie Sachsen untersucht und konserviert.

Äußerlich erscheinen vor allem die hochmittelalterlichen Holzfunde stabil und fast unversehrt, doch das Holz ist durch Abbauprozesse stark in seiner Struktur beschädigt und wird nur noch durch das darin enthaltene Wasser stabilisiert. Daher erleidet es bei einer Trocknung ohne ein geeignetes Konservierungsmittel irreversible Schäden.

Trocknung bei Raumtemperatur führt in 48 Stunden zu einem Zellkollaps und zu irreversibler Schrumpfung und Deformierungen

Ziel der Konservierung ist es, die Hölzer und andere Funde in ihrer ursprünglichen Form zu konservieren und in einen langzeitstabilen Zustand zu überführen. Dies bedeutet, dass die annähernd wassergesättigten Hölzer durch einen zeitaufwändigen Prozess in einen trockenen Zustand überführt werden. Hierbei durchlaufen sie verschiedene Stationen. Wichtig ist neben der Nassreinigung, Dokumentation und verschiedenen Untersuchungen (3D-Scan, Untersuchung von Oberflächenspuren, Holzartenbestimmung sowie Untersuchungen zum Abbaugrad) eine sorgfältige Zwischenlagerung.

© LfA Sachsen, Reinigung und Sicherung der Teile eines mittlelalterlichen Erztroges

Anschließend erfolgt eine einstufige Tränkung mit einem wasserlöslichen Festigungsmittel. Die vollständig getränkten Hölzer werden in einer Vakuumgefriertrocknungsanlage über mehrere Monate getrocknet. Danach werden sie nachgereinigt und restauriert.

Neben den Funden aus organischem Material werden auch anorganische Objekte geborgen. Das sind Gegenstände aus Metall wie z.B. Bergeisen oder aus Keramik und Stein wie beispielsweise Geleuchte und Mahlsteine. Auch diese Fundmaterialien werden im Rahmen des Projektes konserviert und restauriert, um die Objektinformationen zu dokumentieren und für weitere Forschungs- und Präsentationsansätze zu sichern.

Derzeit befinden sich zahlreiche Funde in der Wanderausstellung "Silberrausch und Berggeschrey", die bereits im Rahmen des ArchaeoMontan-Projektes entstanden ist. In den kommenden Jahren wird konserviertes und restauriertes Fundmaterial in größerem Umfang für das in Dippoldiswalde geplante Zentrum für den mittelalterlichen Bergbau im Erzgebirge bereitgestellt.

© LfA Sachsen, Tränkungswannen im ArchaeoMontan-Restaurierungslabor ist für den erfolgreichen Konservierungsprozess der wertvollen Bergbauhölzer unabdingbar.
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 22.08.2016

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