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Historische Recherche

Ur-Öder – Erste sächsische Landesaufnahme von Matthias Öder († 1614) und Balthasar Zimmermann (1570–1634), kartiert zwischen 1586 und ca. 1620 im Auftrag des sächsischen Kurfürsten. Die Originalaufnahmen im Maßstab 1:13 333 (Ur-Öder) wurden zusätzlich in den Maßstab 1:53 333 (Öder-Zimmermann) übertragen; Vorlage und Repro: Sächsisches Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden

Die im Rahmen des Projektes forschenden Historiker unterstützen das Team durch die gebietsspezifische Archivrecherche zu den Aspekten der Entstehung des Bergbaus in den Referenzregionen, insbesondere in den Bergbaurevieren Osek, Krupka (Kreis Teplice) sowie Jöhstadt, Schmalzgrube und Bärenstein (Erzgebirgskreis). Dafür wird eine intensive Recherche und kritische Bearbeitung des historischen Quellenmaterials in den Beständen sowohl der staatlichen als auch kommunalen Archive betrieben.

Eine wichtige Datenquelle stellen dabei auch die Bestände des Sächsischen Bergarchivs in Freiberg dar, das sämtliche Archivalien des Oberbergamtes Freiberg aus den Jahren 1407 bis 1942 verwahrt. Dieser für die montanarchäologische Forschung wichtige Archivbestand verfügt bislang lediglich über ein Findmittel in Form einer Konversion eines Behördenrepertoriums aus dem 19. Jahrhundert. Um den Bestand für die Erforschung nutzbar zu machen, soll er nach den heutigen Standards erschlossen werden. Im Rahmen der Erschließung wird der Archivbestand zudem hinsichtlich des Bergbaus im Erzgebirge vom 12. bis 15. Jahrhundert ausgewertet.

Die Ergebnisse der historischen Recherchen sollen in ein großes Vorhaben des Projektes einfließen - eine Sammlung und Edition des gesamten im Projekt bearbeiteten Quellenmaterials zum mittelalterlichen Bergbau im Erzgebirge. Vor knapp 130 Jahren veröffentlichte der Archivar Hubert Ermisch im Rahmen der Reihe des Codex diplomaticus Saxoniae regiae eine umfassende Sammlung mittelalterlicher bergbaurelevanter Urkunden der Stadt Freiberg. Das Ergebnis blieb bis heute überregional beispiellos. Die über drei Jahre laufenden Forschungen im Projekt ArchaeoMontan2012-2015 zeigten, dass eine Ergänzung des Materials nun unbedingt notwendig geworden ist. Dabei soll den Arbeiten von Hubert Ermisch und anderen Historikern, wie z. B. Herrmann Löscher, der die Urkunden des erzgebirgischen Bergrechts des 15. und 16. Jahrhunderts herausgab, etwas Ebenbürtiges aus dem heutigen Forschungsstand an die Seite gestellt werden. Die Grundformalien nach denen Hubert Ermisch arbeitete, werden dabei genauso berücksichtigt werden, wie heute geltende Editionsrichtlinien. Inhaltlich steht vor allem die Erweiterung des im "Urkundenbuch" edierten Materials auf den gesamten geographischen Raum des tschechisch-sächsischen Erzgebirges im Vordergrund. Neu erschlossenes Material wird in einer Gesamttranskription erscheinen, alle weiteren Quellen in Form von Regesten. Ziel ist es, am Ende des laufenden Projektes, eine vollständige Sammlung dieses bergbaurelevanten Archivmaterials in Form einer wissenschaftlichen Edition vorzulegen.

 

Verwendete Literatur
Urkundenbuch der Stadt Freiberg, Bd. 2. Bergbau, Bergrecht, Münze. Hrsg. von Hubert Ermisch. Codex diplomaticus Saxoniae regiae, II., 13 (Leipzig 1886).
Das erzgebirgische Bergrecht des 15. und 16. Jahrhunderts, Bd. 2, Teil 1. Erzgebirgische Bergordnungen, Bergfreiheiten sowie andere bergrechtliche und den Bergbau betreffende Urkunden des 15. Jahrhunderts. Urkundenbuch I, 1400-1480. Bearb. von H. Löscher, aus dem Nachlass neu zusammengestellt u. hrsg. von E. Löscher. Freiberger Forschh. R. D 213 (Berlin 2003).
Stoob, Heinz, Die Hanse (Graz/Wien/Köln 1995).

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 10.08.2016

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