Sie befinden sich hier

16.05.2017 16:26

Vortrag am 21.05.2017: Dr. Johann Friedrich Tolksdorf: Den Wald vor lauter Bäumen sehen

Wie uns archäologische Funde helfen, ein Bild vom Wald des 12. Jahrhunderts und seiner Nutzung zu zeichnen

Die reichen Holzfunde unter Tage in Dippoldiswalde bieten den Ansatz zur Rekonstruktion der Landschaftsgeschichte; © LfA Sachsen

Beprobung eines Bohrkerns für landschaftsgeschichtliche Analyse auf einer Baustelle in Freiberg; © LfA Sachsen

Das 12. Jahrhundert stellt für den Wald des Erzgebirges eine Zäsur dar! Durch den Beginn des prosperierenden Silberbergbaus und des Hüttenwesens wird Holz als Baustoff und einziger Energieträger in zuvor ungekanntem Maßstab benötigt und führt zu einem entsprechenden Nutzungsdruck. Zu den Zeugen dieses Landschaftswandels gehören Holzfunde aus den Bergwerken, Holzkohlen aus Kohlemeilern, aber auch Auenlehme, die von den Hängen erodiert und in den Tälern abgelagert wurden.

Durch die Zusammenführung dieser Quellengattungen im Rahmen der intensivierten Forschungen ist es in den letzten Jahren gelungen, bislang einmalige Einblicke in die Veränderung der Landschaft seit dem Mittelalter zu erhalten. Gleichzeitig weisen diese Quellen auch den Weg in Richtung neuer methodischer Ansätze zur Rekonstruktion von Klimaveränderungen und Umweltbelastungen, die keineswegs nur ein Phänomen der Neuzeit sind.

Dr. Johann Friedrich Tolksdorf vom Projekt ArchaeoMontan (Landesamt für Archäologie Sachsen) stellt im Rahmen der Vortragsreihe zur Ausstellung "Silberrausch und Berggeschrey" die Problematik des Landschaftswandels und der Klimaveränderungen aus archäologischer Sicht vor.

Wann:
21.05.2017, um 15 Uhr

Wo:
Klosterpark Altzella
Zellaer Straße 10
01683 Nossen

Mehr zur Ausstellung finden Sie hier.