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07.12.2017 10:24

23. -25. 11. 2017: Arbeitstreffen zu den Spuren des mittelalterlichen Landesausbaus in europäischen Mittelgebirgslagen in Panská Lhota

Baumreste unter einer Bergbauhalde markieren den Beginn menschlicher Aktivitäten, Koječín; © Autor: Aleš Bajer

Das 12. Jahrhundert stellt für viele Mittelgebirgsregionen eine bedeutende Umbruchphase dar. Im Zuge des Landesausbaus und möglicherweise verstärkt durch Bergbau werden die Regionen nun tiefgreifend umgestaltet. Die Spuren dieses Prozesses haben sich nicht nur archäologisch, sondern auch in Form von sog. "Umweltarchiven", also den Quellen der Landschaftsgeschichte, erhalten.

Die Bandbreite dieser "Umweltarchive" reicht von Rodungshorizonten, der Umlagerung von Sedimenten bis zu veränderten Einträge von Pollen und Schwermetallen und wurde in den letzten Jahrzehnten in vielen Einzelstudien erfasst. Eine systematische Übersicht dieser Prozesse und ein Vergleich der Einflussfaktoren fehlen allerdings bislang.

Auf Einladung von Petr Hrubý (Masaryk-Universität Brno/Archaia Brno, Tschechische Republik) trafen sich daher Wissenschaftler mit Arbeitsschwerpunkten in der Palynologie, Bodenkunde, Geologie und Archäometallurgie aus Deutschland, Polen, Tschechien und Großbritannien im Grabungshaus der Masaryk-Universität Brno in Panská Lhota (Tschechische Republik).

Ziel war es, mit einem Programm aus Kurzvorträgen über den jeweiligen regionalen Forschungsstand zu informieren und in der Diskussion Strategien für einen überregionalen Vergleich zu erarbeiten. Die landschaftsgeschichtliche Quellenlage des Erzgebirges, welche dank der Untersuchungen des ArchaeoMontan-Projektes in den letzten Jahren bedeutend erweitert wurde, stellten Kryštof Derner (ÚAPP Most) und Johann Friedrich Tolksdorf (LfA Sachsen) aus dem Projekt vor.

Den Abschluss des Arbeitstreffens bildete eine Exkursion zu den herausragenden Beispielen der Umweltveränderungen im Zuge Landesausbaus im Bereich der Böhmisch-Mährischen Höhe (Českomoravská vrchovina). Eindrucksvoll markiert hier der Reste eines gefällten Waldes unter einer Bergbauhalde den Beginn menschlicher Aktivitäten und gibt Aufschluss über das ursprüngliche Aussehen der Landschaft.